Februar 22, 2012

winterzeitMein Lieblingsgedicht ist....

Zu den Erinnerungen an die Winter- und Weihnachtszeit gehören oft auch Gedichte und Geschichten, mit denen man aufgewachsen ist und die man in´s Herz geschlossen hat. Diese Gedichte stelle ich hier vor und wenn auch Sie einen solchen Schatz haben, den Sie vorstellen möchten, senden Sie mir gerne eine mail an: hartmann (at) frauenmesse.com

Ich veröffentliche dann gerne Ihr Gedicht zusammen mit einem Link auf Ihre Website oder Ihren Blog.


Katja Wegener (www.ism-kosmetik.de) schrieb mir:

"diese Zeilen, die mir gerade in der Weihnachtszeit sehr wichtig sind, habe ich für Dich:

Eine deutsche Weisheit sagt: „Je mehr Freude wir anderen Menschen machen, desto mehr Freude kehrt ins eigene Herz zurück“ Gerade in der heutigen Zeit, zaubert Liebe, Miteinander und Gemeinsames, Freude in alle Herzen" Und ich freue mich auch besonders über das schöne Bild, das sie mitsandte: weihnacht
                        (Bild: Katja Wegener)


ball

So schrieb mir Rolf Blum (www.treffpunkt-meditation.de): Wie Du weisst, bin ich mehr der Naturreligion der keltischen Druiden zugetan, als der kirchlichen Tradition. Im Rahmen meiner Fortbildung zum Barden gehört es, die Inspiration, die Krativität zu wecken, Geschichten und Gedichte vorzutragen… und (mit etwas Mut) auch mal selbst etwas zu schreiben. Ich hoffe, es gefällt:

Darum bitte ich Euch auch um drei Wünsche:

          Einen Herzens-Wunsch für sich selbst
          Einen Herzens-Wunsch für die Familie / Freunde / gute Bekannte
          Einen Herzens-Wunsch für das Land, in dem du lebst

Schreibt sie auf einen kleinen Zettel (  bewahrt ihn auch auf, für den Sommer) und zum Fest laut vorlesen!

Und dann: FEIERN! Begrüßen wir das „neue“ Licht:

Essen, trinken, lachen
all die feinen Sachen,
die mir von der Göttin gegeben
sie lassen mich leben!

Manchesmal verwehen sie im Wind,
und Sorgen sind es nur, die ich find.
Doch immer weiß ich, ist nur ein Mensch, der durch mich lacht,
da ist es gleich, wie schaurig ist die Nacht -
am Ende ist das Licht der Seele, das, was stets gewinnt,
alle Sorgen und Trauer zerinnt!

Die Göttin bringt Frieden und Liebe zuhauf,
und schaue ich mit meinem Herzen darauf,
so spricht der Baum, ja gar der Stein zu mir:
Liebe und Lebe, das gehört zu Dir!
In diesem Sinne: Ich freue mich auf Euch!!

ball

Dietlinde Hachmann, Autorin (www.mein-wunscherbe.de) und eine liebe Freundin, hat sich für unsere Winterwonderland-Gedichtesammlung eine schöne Überraschung überlegt: Sie hat das Gedicht gleich selbst gesprochen und ich freue mich sehr, dieses hier zeigen zu dürfen:

"Das Christkind" von Robert Reinick


ball

Karin Sebelin
(www.karin-sebelin.de) sandte folgende schöne Zeilen:


Auf einem Berg aus Zuckerkant..
(Arno Holz)

Auf einem Berg aus Zuckerkant,
unter einem blühenden Machandelbaum,
blinkt mein Pfefferkuchenhäuschen.
Seine Fensterchen sind aus Goldpapier,
aus seinem Schornstein raucht Watte.
Im grünen Himmel, über mir, rauscht die Weihnachtstanne.
In meinem See aus Staniol
spiegeln sich alle ihre Engel, alle ihre Lichter!
Die kleinen Kinder stehn rum
und staunen mich an.
Ich bin der Zwerg Turlitipu.
Mein dicker Bauch ist aus Traganth,
meine Beinchen Streichhölzer,
meine listigen Äugelchen
Korinthen.

ball

Eine besinnliche Adventszeit wünscht Nicole Busse (www.nicole-busse.de): "Es ist zwar kein Gedicht aus meiner Kindheit, denn Ringelnatz habe ich erst in meiner Studienzeit entdeckt, aber ich finde es so schön, dass es in Ihrer Sammlung nicht fehlen sollte."

Weihnachten (Joachim Ringelnatz)

Liebeläutend zieht durch Kerzenhelle,
Mild, wie Wälderduft, die Weihnachtszeit,
Und ein schlichtes Glück streut auf die Schwelle
Schöne Blumen der Vergangenheit.

Hand schmiegt sich an Hand im engen Kreise,
Und das alte Lied von Gott und Christ
Bebt durch Seelen und verkündet leise,
Dass die kleinste Welt die größte ist.

ball

Marietta Madler schreibt: "Das ist eine schöne Idee, es sind ja wunderschöne, u.a. auch weniger bekannte Gedichte, zusammengekommen. Ich will Dir auch Eines schicken, das sich, wenn es kälter wird, gut eignet. Vielen Dank und Dir eine schöne Vorweihnachtszeit!" mariettamadler.wordpress.com Healthy&Fit Präventionsnetzwerk

Der Bratapfel
(Fritz Kögel)

Ihr Kinder kommt und ratet,
was im Ofen bratet!
Hört wie es knallt und zischt!
Bald wird es aufgetischt.         
der Zipfel, der Zapfel,
der Kipfel, der Kapfel,
der gelbrote Apfel.


Ihr Kinder lauft schneller!
Holt euch einen Teller!
Holt eine Gabel!
Sperrt auf den Schnabel
für den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den goldbraunen Apfel


Sie pusten und sie prusten,
sie gucken und sie schlucken,
schnalzen und schmecken,
lecken und schlecken
den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den knusprigen Apfel!

ball

Harald Rettich sandte dieses Gedicht von Friedrich Wilhelm Güll:

Der erste Schnee

Ei, du liebe, liebe Zeit,
ei, wie hat´s geschneit, geschneit!
Rings herum, wie ich mich dreh´,
nichts als Schnee und lauter Schnee.
Wald und Wiesen, Hof und Hecken,
alles steckt in weißen Decken.

Und im Garten jeder Baum,
jedes Bäumchen voller Flaum!
Auf dem Sims, dem Blumenbrett
liegt er wie ein Federbett.
Auf den Dächern um und um
nichts als Baumwoll´ rings herum.

Und der Schlot vom Nachbarhaus,
wie possierlich sieht er aus:
Hat ein weißes Müllerkäppchen,
hat ein weißes Müllerjöppchen!
Meint man nicht, wenn er so raucht,
dass er just sein Pfeifchen schmaucht?

Und im Hof der Pumpenstock
hat gar einen Zottelrock
und die ellenlange Nase
geht schier vor bis an die Straße.
Und gar draußen vor dem Haus!
Wär´ nur erst die Schule aus!

Aber dann, wenn´ s noch so stürmt,
wird ein Schneemann aufgetürmt,
dick und rund und rund und dick,
steht er da im Augenblick.
Auf dem Kopf als Hut ´nen Tiegel
und im Arm den langen Prügel
und die Füße tief im Schnee
und wir rings herum, juhe!

Ei, ihr lieben, lieben Leut´,
was ist heut´ das eine Freud´!

                                    Kino einmal anders! Am 28.12.2011 im Thalia-Kino in Potsdam www.talentfeuerwerk.de

ball

Von Christine Sevdas, www.hotel-monaco.de, erhielt ich folgende Zeilen:

"Hier ist mein Weihnachtsgedicht, das ich schon als Kind sehr mochte. Man riecht förmlich die süßen Weihnachtsgerüche und den glitzernden Schnee."

Christkind im Walde

Christkind im Walde
Christkind kam in den Winterwald,
der Schnee war weiß, der Schnee war kalt.
Doch als das heil’ge Kind erschien,
fing’s an, im Winterwald zu blühn.

Der Apfelbaum, er rüttelt sich,
der Apfelbaum, er schüttelt sich.
Da regnet’s Äpfel ringsumher;
Christkindlein’s Taschen wurden schwer.


Christkindlein trat zum Apfelbaum,
erweckt ihn aus dem Wintertraum.
“Schenk Äpfel süß, schenk Äpfel zart,
schenk Äpfel mir von aller Art!”

Die süßen Früchte alle nahm’s,
und so zu den Menschen kam’s.
Nun, holde Mäulchen, kommt, verzehrt,
was euch Christkindlein hat beschert!

Ernst von Wildenbruch

ball

Sabine Scherer, die auf Ihrem Blog www.ciao-calotta.de über höfische Tänze, Venedig, Venezianische Masken und Kostüme bloggt, hat einen Lieblingsdichter: Christian Morgenstern. Von ihm ist auch ihr Weihnachtsgedicht für unsere Sammlung:

Das Weihnachtsbäumlein

Es war einmal ein Tännelein
mit braunen Kuchenherzlein
und Glitzergold und Äpflein fein
und vielen bunten Kerzlein:
Das war am Weihnachtsfest so grün
als fing es eben an zu blühn.

Bis eines Tags der Gärtner kam,
den fror zu Haus im Dunkeln,
und es in seinen Ofen nahm -
Hei! Tats da sprühn und funkeln!
Und flammte jubelnd himmelwärts
in hundert Flämmlein an Gottes Herz

Doch nach nicht gar zu langer Zeit,
da stands im Garten unten,
und seine ganze Herrlichkeit
war, ach, dahingeschwunden.
die grünen Nadeln warn'n verdorrt,
die Herzlein und die Kerzlein fort

ball

Gabi Schendl-Gallhofer, Herausgeberin des kostenlosen online  Lebensratgebermagazins "PinkPumps OPEN"
www.pinkpumpsopen.eu hat folgendes geschrieben: "Das untenstehende Gedicht habe ich mehrere Weihnachten als Kind aufsagen "dürfen". ;-)  Trotzdem gefällt es mir sehr gut."

Am Heiligen Abend

Moritz Gottlieb Saphir (1795-1858)

Der Tag verschließt
die reiche Farbenquelle
und Dämmerung macht dem Heiligen Abend Raum.
Ein milder Streif
aus rosenroter Helle
faßt fern die Berge ein
in purpur Saum.
Die Nacht,
sie breitet ihren weichen Schleier
rings um die Erd,
wie um ein schlafend Kind.
Und wie ein Priester geht
zu hoher Temepelfeier
so schreitet still der Mond
durch nacht und Wind.
Auf Erden auch
da glühen tausend Herzen
und bunte Lichter brennen überall.

Und Liebe strömet aus den offenen Herzen,
vergessen ist des Lebens Kampf und Qual.
Vergessen sind die Tränen grauer Stunden,
vergessen Krankheit, Sorge bittere Not.
Das Kind des Himmels
hat den Weg zu uns gefunden
und mit ihm kam
das neue Morgenrot.
Geh nie von uns
und mach uns stark für alles.
Für alles,
ob in Krankheit, Leid und Schmerz.
Mög uns das Kind des Himmels
Frieden schenken
und trösten
manch gequältes Menschenherz.

ball

Christine Hartmann: Mein Lieblingsgedicht führt mich immer wieder, wenn ich es höre oder lese, zurück in meine Kindheit, als in den Häusern noch nicht die bunten Lichter blinkten, sondern noch Kerzenschimmer verheißungsvoll von Weihnachten und seinen Geheimnissen erzählte. Diese wundervollen Zeilen schrieb Joseph von Eichendorf:

Markt und Straßen stehn verlassen,
still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend' geh ich durch die Gassen,
alles sieht so festlich aus.

Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus ins freie Feld,
Hehres Glänzen, heil'ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt

An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen,
sind so wunderstill beglückt.

Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schnees Einsamkeit
Steigt's wie wunderbares Singen-
O du gnadenreiche Zeit!








Bild 1

Image: Evgeni Dinev / FreeDigitalPhotos.net

Bild 2

Image: Nutdanai Apikhomboonwaroot / FreeDigitalPhotos.ne









Newsletter Abo


Mit den Newslettern von frauenmesse.com werden Sie per E-Mail auf dem Laufenden gehalten.

Ihre Meinung ist uns Wichtig.

Brauchen wir eine Frauenqoute ?

News + News + News

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4