Die Geschichte des Internationalen Frauentags

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1908, in einer Zeit der großen industriellen Expansion, gründeten Frauen in den U.S.A. ein Nationales Frauenkomitee, welches sich u. a. für das Frauenwahlrecht stark machte und sie veranstalteten im Februar 1909 den ersten Frauentag. Er wurde ein großer Erfolg, weil sich Frauen aus vielen Schichten daran beteiligten.clarazetkin

Zwei Jahre später, am 19. März 1911, demonstrierten und feierten in Deutschland, Österreich, Dänemark, Ungarn und der Schweiz zum ersten Mal europäische Frauen unter dem Banner der Frauentages – die Forderung nach dem Frauenwahlrecht wurde auch hier erhoben, sie traten für Frieden und Abrüstung ein.

Eine der Wegbereiterinnen des Internationalen Frauentages war Clara Zetkin (Bild oben). In ihrer Rede auf dem Internationalen Arbeiterkongress in Paris am 19. Juli 1889 forderte sie: „Emanzipation der Frau heißt die vollständige Veränderung ihrer sozialen Stellung von Grund aus, eine Revolution ihrer Rolle im Wirtschaftsleben.“

Nicht nur ökonomische Zwänge, sondern auch Themen wie die Rassentrennung u. a. in den U.S.A., wollten Frauen nicht mehr hinnehmen.

rosaparksAls am 1. Dezember 1955 die Afroamerikanerin Rosa Louise Parks (Bild rechts) in Alabama verhaftet wurde, weil  sie sich geweigert hatte, ihren Sitzplatz im Bus für einen weißen Fahrgast zu räumen, löste dies den Montgomery Bus Boycott aus, der neben weiteren Vorfällen als Anfang der schwarzen Bürgerrechtsbewegung angesehen werden kann.

Die Ende der 1960er Jahre aufkommende neue Frauenbewegung knüpfte an die Tradition ihrer Vorkämpferinnen wieder an. 1975 wird der 8.März offiziell von der UNO als internationaler Frauentag gewürdigt.

Und wie sieht es heute aus?

Die Arbeitsbedingungen in der globalen Textilindustrie sind geprägt von niedrigen Löhnen, langen Arbeitszeiten und mangelnden Arbeitsrechten. Die niedrigen Preise, die Bekleidung und Sportschuhe auf dem Weltmarkt erzielen, lassen sich nur durch ausbeuterische Arbeitsverhältnisse in Ländern wie Bangladesh oder Indonesien realisieren, die die unteren Enden der globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten einnehmen. Besonders Frauen und Kinder werden in diesen Industrien als Arbeitskräfte eingesetzt.

Und in Deutschland? Eine Quote für Frauen in Firmenvorständen und Aufsichtsräten, wie sie Arbeitsministerin Ursula von der Leyen ins Gespräch gebracht hatte, lehnte Angela Merkel entschieden ab.

Es bleiben noch viele Forderungen der Frauen offen, wie u. a. der nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit und bessere Aufstiegschancen im Beruf.

Christine Hartmann

 

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