Mai 19, 2012

Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler zur Transparenz des Kostenapparates im Gesundheitswesen

Dr. Philipp Rösler
Auf einer Veranstaltung im Februar in Celle ging Dr. Rösler auf die aktuelle Versorgungslage im deutschen Gesundheitswesen ein. Hier sind 4,7 Millionen Menschen beschäftigt, 60 Mrd. € werden im deutschen Gesundheitssystem umgesetzt.


Ein sehr wichtiger Punkt ist die Transparenz des Kostenapparates und die Beantwortung der Frage: Was kosten die Gesundheitsleistungen? Zwar hat der Patient ein Recht auf eine `Quittung´, allerdings werden in dieser nur die Leistungen des Arztes, nicht die Gebühren, aufgeführt. Der Grund dafür ist: Der Arzt weiß oft selbst nicht, welche Kosten letztlich gegenüber der Krankenkasse in Rechnung gestellt werden, dies liegt an der Komplexität des Abrechnungswesens. Das intransparente Honorierungssystem zu verändern, ist ein Vorhaben des Bundesgesundheitsministers in 2011.

Die Erhöhung der Versicherungsbeiträge zur privaten und gesetzlichen Krankenversicherung hat nicht zum Ergebnis, dass es zu weniger Arztbesuchen kommt, vielmehr sind es derzeit durchschnittlich 17,5 Arztbesuche pro Versichertem pro Jahr.

Auf einen weiteren, derzeit vielerorts diskutierten Punkt, kam Dr. Rösler ebenfalls zu sprechen: die Unterversorgung im ländlichen Raum mit Ärzten. Da hier nicht einfach Statistiken zu Hand genommen werden können, die einen Durchschnittsbedarf errechnen, muss auf die tatsächlichen Bedürfnisse der einzelnen Regionen mehr Augenmerk gelegt werden.

Als weiteren wichtigen Punkt auf der Agenda nannte Dr. Rösler die elektronische Gesundheitskarte. Dieses stark diskutierte Thema, bei dem es u. a. um das Für und Wider der elektronischen Patientenakte ging, werde in einigen Bereichen neu diskutiert. Die Gesundheitskarte soll zukünftig die medizinischen Notfalldaten, wie die Blutgruppe des Versicherten und die Arzt-zu-Arzt Kommunikation, speichern.

An diesem Abend gab Dr. Rösler einen umfangreichen Einblick in die aktuell laufenden Verhandlungen seines Ministeriums u. a. mit den Krankenkassen und den bundesweiten Versicherungsträgern.
Beitrag: Christine Hartmann



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