Angela Merkel teilte auf einer Pressekonferenz am 02. Mai, wenige Stunden nach Bekanntwerden der Todesnachricht von Osama Bin Laden, folgenden Satz gesagt: „Ich bin heute erst einmal hier, um zu sagen, ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, Bin Laden zu töten.“
Nach dieser Äußerung Merkels ist nun vielfach Kritik laut gewoden, so z. B. vom Vorsitzenden des Bundestags-Rechtsausschusses, Siegfried Kauder (CDU): "Ich hätte es so nicht formuliert. Das sind Rachegedanken, die man nicht hegen sollte. Das ist Mittelalter", sagte er der "Passauer Neuen Presse". Der FDP-Innen- und Rechtspolitiker Hartfrid Wolff sagte dem "Tagesspiegel" gegenüber: "Ich kann mich über den Tod eines Menschen nicht freuen."
Viele Tageszeitungen, darunter die Financial Times Deutschland, der Spiegel, der Kölner Stadt-Anzeiger, nahmen das Thema auf und berichteten über die aktuellen Meinungen zu der umstrittenen Äußerung der Bundeskanzlerin. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte dazu, dass man die Äußerungen nicht isoliert betrachten dürfte, Merkel selbst hatte am Montag erklärt, sie freue sich darüber, „dass es gelungen ist, bin Laden zu töten“.
Ob diese Relativierung ausreicht, die Wogen zu glätten oder ob nicht doch die Frage im Raum stehen bleibt, ob eine Person des öffentlichen Interesses, die Angela Merkel zweifelsohne ist, offene Freude über den Tod eines Menschen zeigen darf - gleich welche Verbrechen man ihm zur Last legt.